Kirche

 

 

Öffnungszeiten Kirche Müswangen

Die Kirche befindet sich mitten im Dorf an der Kantonsstrasse und ist täglich geöffnet von 8.00 bis zur Dämmerung. „Danke für die wunderbare Geborgenheit in dieser Kirche“ (Satz aus dem Sorgenbuch)

Kleiner Kirchenführer Müswangen

Kirchenfuehrer dreispaltig v10

Kurzbeschreibung Kirche Müswangen

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Bauliche Veränderungen der Kirche kirche-bauliche-veraenderungen

faq Häufig gestellte Fragen zur Kirche Müswangen

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wann wurde die Kirche das letzte Mal renoviert?

Die Kirche Müswangen ist vollständig renoviert worden und am 30. November 2014 durch Abt Benno Malfèr feierlich eingeweiht worden.
Die kirchliche Gemeinschaft hat ihr Dach über dem Kopf wieder in neuer Schönheit zurückerhalten. seetaler-bote-141127 [2’646 KB]

Gott ist grösser als Kirchen und Kapellen,

Synagogen, Moscheen und Tempel. Gott ist weitsichtiger und hellhöriger.
Er stellt die Füsse der Menschen auf weiten Raum. Gott lässt sich nicht festhalten, festschreiben, einmauern, vereinnahmen. Er ist überall dort, wo man ihn einlässt, auch in den Kirchen.

Die Kirche und ihre tiefere Bedeutung

Die Kirche Müswangen steht am vielbegangenen Weg von Beromünster über Hitzkirch nach Muri. Sie erinnert an die schützende Gegenwart Gottes, an die Liebe der Muttergottes und die Hilfe der Heiligen.
So wird der Gedanke an die himmlische Welt, die sich in geschwisterlicher Fürsorge der sichtbaren Welt annimmt, hineingenommen in den Alltag, vermengt mit dem Schatten und Licht des menschlichen Lebens. Damit wird die Kirche zu einem Ort des Dankes, des Trostes und der Hoffnung.
Die Menschen erfuhren früher – trotz eigener Arbeit und hartem Einsatz – ihre Abhängigkeit mehr als wir heute. Sie wussten, dass letztlich alles Geschenk (Gnade) ist. Der Glaube gab ihnen Sicherheit; er half die harten Seiten des Lebens zu meistern, aus der christlichen Hoffnung heraus.
Lassen Sie sich erfreuen von der Kirche, von der beeindruckenden Natur auf dem Lindenberg – einem schönen Bilderbuch des Schöpfers! Nehmen Sie sich Zeit an dem einen oder anderen Ort still zu verweilen und spüren Sie der Tiefe ihres eigenen Herzens nach. Gehen Sie die Wege, welche die Menschen schon seit vielen Jahren gegangen sind und gehen.
Möge die Kirche, möge der Besinnungsweg und die Natur auf dem Lindenberg ihr Leben bereichern und erfreuen.

Die Kirche – eine kleine Provokation

Auch die Müswanger Kirche ist eine kleine Provokation. Wie die Glocken im Turm so stellt auch das besondere Gebäude mitten in der Strasse hartnäckige Fragen. Es gab in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts sogar Abrisspläne für die Kirche, um den Verkehr flüssiger zu machen – und weil der Bau den Denkmalpflegern „wertlos“ erschien.
„Die Zerstörung historischer Stätten ist ein trauriger Krankheitsherd. Es ist damit nicht nur eine Menge hoher Werte an Tradition, an Schönheit, an Objekten Liebe und Pietät zerstört. Es ist auch die Seelenwelt der Nachkommen einer Substanz beraubt, ohne welche der Mensch zwar zur Not leben, aber nur ein hundertfach beschnittenes, verkümmertes Leben führen kann.“ (Hermann Hesse)
Unser Dorf braucht die Kirche, ihren stillen Raum, dieses über 400 Jahre alte Gebäude mit seinen vielfältigen Lichteinfällen und Farben, mit der ganz besonderen neubarocken, fast italienischen Fassade. Die Kirche erinnert an Jesus und an all die Menschen, die vor früher gelebt und sich an ihm orientiert haben und es auch heute noch tun.
Gut, dass es Menschen gibt, die das Gebäude weiterhin schätzen und es mit Leben füllen.
In einer rational orientierten Welt, wo fast jedes Geheimnis offen gelegt wird, wo Stress, Konkurrenzdenken, Geld, Tempo unsere Alltag prägen, ist eine Kirche so etwas wie ein spiritueller Gegenpol. Das Mystische, Geheimnisvolle, Unbekannte und Zeitlose spricht auch heute viele Menschen an.

Warum gibt es ein Heiligtum, eine Kirche in Müswangen?

Ganz genau weiss das niemand… es gibt keine schriftlichen Zeugnisse darüber. Es muss hier einfach ein besonderer Ort gewesen sein, vermutlich eine Quelle. Wo eine Quelle ist, da ist Leben möglich, da ist ein Gott oder eine Göttin am Werk, dachten die Menschen. Vielleicht hatten die Kelten schon ein Wasserheiligtum, gewidmet einer Quellgöttin. Die Römer haben sich sicher da, wo heute die Kirche Müswangen steht, niedergelassen, bestimmt auch wegen des Wassers. 2007 wurden bei Ausgrabungen neben der Kirche Reste eines römischen Bauern-, bzw. Gutshofes gefunden. In solchen Höfen hatte es immer auch ein kleines Heiligtum (Gotteshäuschen, Tempelchen) gegeben, wo zu den römischen Göttern gebetet und ihnen geopfert worden ist. Es wurde wahrscheinlich neben andern auch zu den Wassergottheiten gebetet. Mit der Zeit (während und nach den Römern) verbreitete sich der christliche Glaube. Die römischen Heiligtümer sind in christliche Bildstöckli, Kapellen oder Kirchlein umgewandelt worden. Man ersetzte die Wassergottheiten vermutlich durch Maria. Rutengänger bestätigen, dass es im Bereich der Kirche starke Wasserläufe und auch eine Quelle hat. Weil den Menschen hier oben auf dem Lindenberg dieses Heiligtum immer am Herzen gelegen ist und sie es gepflegt haben, steht bis heute eine Kirche in Müswangen hier…
Ausgrabungsbericht: roemer-mueswangen-1-bis-4
Quelle: Jahrbuch der Historischen Gesellschaft Luzern 26, 2008, S. 209-212

 

Geschichtliches zur Kirche Müswangen

Hier finden Sie mehr Details zur Geschichte der Kirche kirche-geschichte-jahrzahlen
Kapläne in Müswangen: kaplaene-in-mueswangen
Seelsorgende in Müswangen seelsorger-kaplaene-pfarrer
Bericht Architekt Arnold: kirche-bericht-arnold-sempach-1974

Renovation Kirchturm 2009

am 15. August 09, zehn Jahre nach der letzten sanften Innenrenovation der Kirche ist der erneuerte Kirchturm durch Weihbischof Martin Gächter wieder seiner Bestimmung übergeben worden.
Mit grosser Sorgfalt haben unter der ausgezeichneten Leitung von Architekt Matthias Schmid, dipl. Ing. FH / ND Denkmalpflege, Luzern, einige Hitzkirchertaler Firmen und die Firma Muff aus Triegnen den Turm sanft renoviert.
Die Erneuerung erfolgte im Zusammenhang mit dem 400 Jahr Jubiläum der Kirche Müswangen, welches 2008 gefeiert werden konnte.

Baugeschichte Kirche Müswangen

Römerzeit: Heiligtum in einem römischen Gutshof in Müswangen
2. – 13. Jh.: Die römischen Heiligtümer sind oft in christliche Bildstöckli oder Kirchlein umgewandelt worden. Man ersetzte die röm. Wassergottheiten vermutlich durch Maria.
14./15. Jh: Errichtung der gegenwärtigen Kirche
1608: Erste schriftliche Erwähnung einer Kapelle in Müswangen
1877: Kirche wird nach hinten verlängert, Empore, neue Türe
1900: Errichtung der Terrasse vor dem Eingang
1907: Neuer Dachreiter und Glockenstuhl
1912: Aussenrenovation mit Neubau der Sakristei
1927: Errichtung der einzigartigen neubarocken Westfassade. Aus Kunststein modelliert.
1933: Innenrenovation
1943: Errichtung der Kirchentreppe aussen
1947: Errichtung Vordach beim Kircheneingang
1970: Abbruch und Neubau Dachreiter
1976: Grosse Innenrenovation der Kirche
1999: Kleine Innenrenovation
2009: Gesamtrenovation Dachreiter (Kirchturm)
2014: Umfassende Gesamtrenovation innen und aussen
2016: Neuer Altar, Ambo, Osterkerzenständer und Sedilien

KIrche Müswangen ältestes Foto Etwa 1926 und heute

Müswangen: Fassade und Hochaltar einzigartig

Die Kirche Müswangen ist ein Bijou mit einer einzigartigen Barockfassade von speziellem bauhistorischem Wert. Die neubarocke Fassade aus modelliertem Kunststein in diesem Umfang ist EINZIGARTIG an einer Kirche in der Schweiz. nördlich der Alpen. Die Verzierungen sind direkt an der Fassade aufmodelliert worden und nicht im Atelier hergestellt und dann angeklebt worden. Der Entwurf der Fassade ist vom Boswiler Künstler Richard A. Nüscheler aus dem Jahre 1926. Ausgeführt hat die Fassade der Murianer Künstler Enrico Galizia im Jahre 1927.
Vitus Wey, Steinrestaurator und Bildhauer, Sursee zur Fassade:
„Die Kirche in Müswangen ist mit der neubarocken Überformung von E. Galizia und R.A. Nüscheler aus dem Jahre 1927 etwas ganz Besonderes und Einzigartiges. Sie ist ein wichtiges, seltenes und wertvolles Zeitdokument, das unbedingt in seiner unberührten Art erhalten werden muss.“ Die Hauptproblematik ist die Durchfeuchtung der Fassaden, ferner Rissbildungen, welche Regenwasser und Schneeablagerungen eindringen lassen, sowie zu wenig Gefälle in den horizontalen Bauteilen.
Der Hochaltar ist ebenfalls einzigartig. Adolf Reinle schreibt in Kunstdenkmäler der Schweiz, Band Amt Hochdorf. „Der Altar hat unter den barocken Retabeln des Kantons Luzern keine Verwandten.“