Weihnachtsgedanken 11 Paul Hornstein.pdf
dazu noch dies:
Hast Du heute schon gelebt? Ein 85-jähriger Mann, der wusste, dass er bald sterben würde, sagte: „Wenn ich noch einmal leben könnte, dann würde ich mehr Fehler machen, ich würde versuchen, nicht mehr so schrecklich perfekt sein zu wollen; dann würde ich mich mehr entspannen und vieles nicht mehr so ernst nehmen; dann wäre ich ausgelassener und verrückter; ich würde mir nicht mehr so viele Sorgen machen; denn würde ich mehr reisen, mehr Berge besteigen, mehr Flüsse durchschwimmen, mehr Sonnenuntergänge beobachten; dann würde ich mehr Süsses essen; dann hätte ich zwar mehr wirkliche Schwierigkeiten dann würde ich mehr Blumen riechen, mehr Kinder umarmen und mehr Menschen sagen: du bist gut! dann würde ich mehr lieben... wenn ich noch einmal zu leben hätte, ....“
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De Tüüfu im Hitzchilertal (Der Teufel im Hitzkirchertal)
Z‘Müswange händs de Tüüfu gfange! z‘Lieli gänds em mit em BieIi z‘Hitzchöuch gheiits ne i d‘Ankemilch! z‘Mose chlopfet si em d‘Hose! z‘Aesch drückets ne i d‘ Wösch! z‘Riisee wär‘s bald umne gschee! z‘Ärmisee hed mer e nümme gsee..!
Zugegeben, es handelt sich hier um kein literarisches Meisterwerk. Zu holperig, zu knorrig, zu grob und zu zufällig sind die einzelnen Zeilen aneinander gekoppelt. Es macht den Anschein, als ob bei einem feuchtfröhlichen Höck der Eine die erste, ein Anderer die zweite und wieder ein Anderer die dritte Zeile über den Tisch geworfen hat.
Wer waren diese seltsamen Reimer und Dichter? Da der Teufel nach der Aufzählung in Müswangen gefangen worden sein soll, kann angenommen werden, dass alte, längst verstorbene Müswanger dahinter gesteckt haben. Aufgeschrieben haben sie nichts. Nirgends findet sich eine sogenannte Urfassung. Mündlich wurde die Moritat überliefert, von der Grossmutter an die Enkelinnen und vom Grossvater an die Enkel. Da in keiner Fibel und keinem Lesebüchlein die Beschreibung zu finden ist, darf angenommen werden, dass in den Schulstuben die Geschichte totgeschwiegen wurde — vielleicht auch zu Recht!
In den einzelnen Gemeinden sind verschiedene Versionen zu hören. In der Regel wird versucht, die Verdienste des eigenen Dorfes bei der Vertreibung des Teufels in ein besseres Licht zu rücken. Stutzig macht die Feststellung, dass die Gemeinden Gelfingen, SuIz, Altwis, Schongau und Retschwil vom Teufel nicht heimgesucht worden sind, ganz im Gegenteil zu Richensee, das bis ins späte 19. Jahrhundert eine eigene Gemeinde war. Beweist dies, dass das Gedicht - wenn man es überhaupt so bezeichnen kann - vor mindestens 150 Jahren entstanden ist?
Über Jahrzehnte gehörte die Geschichte vom Teufel im Hitzkirchertal zum allgemeinen Sprachschatz von Jung und Alt. Zeitschriften, Zeitungen, Radio und Fernsehen setzten die Prioritäten anders, „Minderwertiges“, „Kleingedrucktes“ und „zu Lokales“ wurden aus dem allgemeinen Bewusstsein verdrängt. Und zu dieser Sparte gehört eben auch die Teufelsgeschichte.
Es wird im unteren Tal kein Wehgeschrei ausbrechen, wenn die Teufelsgeschichte ganz vergessen wird. Erst recht nicht, weil sie nun doch schriftlich festgehalten ist.
Es muss hier angemerkt werden, dass es keine sogenannte "Urfassung" der Teufelsgeschichte gibt. Die Redensart ist einfach überliefert und von Dorf zu Dorf anders zusammengesetzt worden. Interessant ist auch, dass der Teufel einige Dörfer nicht besucht hat. Vielleicht hatte er dies vor, doch in Aesch oder Ermensse muss ihm Unheil widerfahren sein; er konnte seine Tour nicht mehr weiterführen; er wurde dort vermutlich abgemorxt.
Ein Gedicht aus dem Freiamt Fürio - de Bach brönnt d' Suhrer hend en anzündt d' Aarauer hend en glösche d' Küttiger rite uf de Frösche
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